Hey Christin, stell uns doch mal bitte dein gesamtes Foto-Equipment vor!

Nikon D 200 // Nikon D80 // 35 mm Nikon Festbrennweiten Objektiv // Tamron 10-24 mm Weitwinkel Objektiv// Fisheyelinse // Tamron Af 18-200 mm Objektiv// Tokina AF – 80-200 mm Obektiv //Metz MB 50 AF – 1 Blitzgerät

Wie bist du zum Fotografieren gekommen?

Eigentlich hatte ich schon so gut wie immer eine Kamera bei mir und hatte den Drang, alles zu dokumentieren. Als ich meine gute Cam noch nicht hatte, war es dann eben eine Digicam oder ein Fotoapparat. Da war es auf jeden Fall noch nicht so professionell, wollte aber immer schon gern alles festhalten. Und irgendwann hab ich mir dann meine erste Nikon gekauft, glaub, das war damals die D40, und dann ging es erst richtig los. Und nun gibt’s kaum noch Momente, wo ich die Cam nicht dabei hab. Glaub, ich nerve schon alle.

Vor deiner Linse tummelten sich bisher haufenweise illustre Formationen wie Fall of Efrafra, Light Bearer, Birds in Row oder Mindset  – irgendeine Show, oder mehrere, die dir besonders im Gedächtnis geblieben ist/sind?

Es gab so viele gute und besondere. Spontan fällt mir da die Sundowning / Lento Show ein, die im Sommer in einem Freiluftkino war. Die Stimmung war genial, alles sehr düster, nur ein paar Lichter für das Ambiente. Verrückt war noch die Straight Edge Silvester-Show 2012, in der K19 mit Wolf X Down und Mindset. Wie die Leute abgegangen sind. Hab mir nur einen sicheren Platz neben dem Drummer gesucht, als Mindset spielten, sonst war es nirgends sicher. Ansonsten war dieses Jahr Amenra ein ganz großes Highlight für mich, auch ohne Kamera, das war so unglaublich.

Gabs auch mal eine richtig große Panne (Eigen- oder Fremdverschulden)?

Ja, so Sachen wie blaue Augen und ein blutiges Kinn gab es schon öfters auf Shows. Enttäuschend war noch ein leerer Akku auf dem verlassenen Spreepark-Gelände. Und eine große Panne gab es nochmal als wir mal 1 ½ Stunden unterwegs nach Oranienburg waren, um auf dem Gelände der verlassenen Lungenheilanstalt zu fotografieren und dass quasi alles umsonst war. Denn als wir über den Zaun geklettert waren (damals wusste ich noch nicht, dass es verboten ist und das Gelände bewacht wird) und grade einmal zehn Minuten gelaufen sind, wurden wir von zwei komplett in Camouflage gekleideten Typen mit Waffe aufgegriffen, die meinten, wir sollen mitkommen. Hatte da echt total den Bammel. Die haben uns dann in die große Halle geführt, wo das Piano steht und da waren dann noch gut 30 Typen mehr —komplett in dem Outfit. Es stellte sich heraus, dass die dort regelmäßig Paintball spielen und das Gelände an dem Tag irgendwie gemietet hatten. Naja, bis auf den Schreck und noch ein paar Sprüche, weil ich das einzige Mädel da unter den Typen war, sind wir dann ohne weitere Probleme vom Gelände geführt worden. Inzwischen war ich aber noch zweimal auf dem Gelände zum Fotografieren. Brav mit Anmeldung und einer Gebühr von 30 Euro, die Fotografen zahlen müssen.

Hattest du schon einmal Probleme mit Datenschutz, Persönlichkeitsrechten oder Urheberrecht?

Bisher ist immer alles gut gegangen. Wenn Leute meine Fotos verwenden wollen, fragen sie vorher immer ganz brav und das geht auch völlig in Ordnung, wenn ein Vermerk dazu steht, dass es von mir ist oder eben direkt mit Logo.

Du fotografierst auch andere Anlässe als HC-Shows – zum Beispiel Hochzeiten oder auf Reisen, was kannst du da aus dem Nähkästchen (High & Lowlights) plaudern?

HC-Shows sogar eher selten zur Zeit. Menschen und Portraits machen mir momentan viel Spaß. Hab auch schon eine Hochzeit fotografiert, Produktfotos für „Fettkopp“ gemacht und dann war da noch ein düsteres Friedhof-Shooting mit der Doom Band Deathcup aus Berlin. Ein Freund von mir, der Malte, modelt auch und so hab ich immer jemanden, den ich vor meine Linse ziehen kann, wenn ich neue Ideen habe. Am liebsten fotografiere ich Menschen, die „anders“ sind. z.B mit Tattoos, Piercings usw. Bin aber offen für alles.

Hast du manchmal auch das Gefühl, dass man, wenn man ein Ereignis primär “durch den Sucher” erlebt, es manchmal nicht so sehr genießen kann wie dann, wenn man mal die Kamera zuhause lässt?

Ja, auf jeden Fall. Muss mich jedes Mal sehr überwinden, die Cam auch mal zu Hause zu lassen. Was aber eher nur sehr selten vorkommt. Habe sie schon so gut wie immer dabei. Klar kann man z.B. seine Lieblingsbands ohne Kamera mehr genießen, aber der Drang, alles zu dokumentieren siegt dann und es erfüllt mich ja auch sehr.

Du nanntest dich als Fotografin einst bild-in-grau, weil du nur s/w fotografiert hast. Inzwischen stehst du sehr auf Farbe, am besten in HDR, was sind die Vor- und Nachteile der beiden Varianten in deinen Augen?

Genau am Anfang habe ich fast nur in s/w fotografiert. Doch inzwischen habe ich auch die Farbe für mich entdeckt. Es kommt immer ganz drauf an, was ich fotografiere. Natürlich bin ich nach wie vor mehr die Verfechterin von diesem düsteren schwarz-weiß-Stil, doch manchmal auf Shows oder zum Beispiel bei schön bunt tätowierten Menschen sollte man die ganzen verschiedenen und interessanten Farben nicht untergehen lassen. Gerade auch bei den HDR-Fotos mit Farbe kommen die Millionen Details viel besser zum Vorschein. Es kommt wirklich drauf an, welche Stimmung man möchte mit dem Foto. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Doch hauptsächlich werde ich weiterhin bei meinen eher düsteren Fotos bleiben.

Wär das Leben ein Wunschkonzert: was und wen würdest du gern alles fotografieren?

Wen ist schwierig, da gibt’s es sicher viel zu viele. Was ist einfacher. Zum Einen hab ich es mir in den Kopf gesetzt, unbedingt mal nach Tschernobyl zu reisen um dort die Geisterstadt Prypjat zu fotografieren. Die Stadt wurde damals von einen Tag auf den anderen verlassen und alles ist noch so wie es war. Es gibt richtige Fototouren dahin für 200 Euro oder so. Ansonsten würde ich in Zukunft auch gerne mehr Band-Shootings machen.

Gibt es schon fixe Pläne für dich im Jahr 2014?

Bisher nichts Konkretes. Auf jeden Fall weiterhin das tun, was ich jetzt auch schon mach, nur noch engagierter. Möchte mein ganzes Herzblut in meine Fotografien stecken. Hoffe, es kommen noch ein paar Aufträge rein. Ich schau mal, was so auf mich zu kommt…

Ihr habt’s gelesen, gerne mehr Aufträge!
Christin lebt in Berlin.

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