In der 4. Aufgabe unseres Print-Zines wird es auch eine Bücherecke geben,

in der wir eine Mixtur aus Büchern aus den Bereichen Veganismus & Kochen, Feminismus und Hardcore vorstellen.

Buchbesprechungen.

Eines davon wir “Weil ein #Aufschrei nicht genug ist” von Anne Wizorek sein. In diesem Blogbeitrag sammle ich ein wenig Hintergrundmaterial zur Autorin und zum Buch, weil das den Rahmen der Printausgabe doch sehr sprengen würde.


Über die Autorin | http://www.annewizorek.de/

Anne Wizorek lebt im Internet und in Berlin. Dort arbeitet sie als selbstständige Beraterin für digitale Medien und entwickelt Strategien und Botschaften für Unternehmen und Organisationen, die im Netz kommunizieren.

2011 organisierte sie die re:publica mit, Deutschlands größte Konferenz rund um Blogs, Social Media und die digitale Gesellschaft. Im selben Jahr war sie ebenso Co-Organisatorin des 1. Berliner SlutWalks, einer Demonstration gegen die Verharmlosung von Vergewaltigungen und für sexuelle Selbstbestimmung.

Seit 2006 bloggt Anne Wizorek bereits und schrieb dabei u.a. schon fürspreeblick.com. Ferner engagiert sie sich sowohl on- als auch offline für Geschlechtergerechtigkeit. Im Januar 2013 gründete sie das Gemeinschaftsblog kleinerdrei.org, auf dem sie mit anderen Autorinnen und Autoren Herzensthemen von Politik bis Popkultur aufgreift.kleinerdrei wurde 2014 in der Kategorie “Kultur und Unterhaltung” für den Grimme Online Award nominiert.

Anne Wizorek ist Initiatorin des Hashtags #aufschrei, unter dem vor allem in Deutschland eine Debatte zum Thema Alltagssexismus angestoßen wurde. Im Juni 2013  würdigte der deutsche Journalistinnenbund Anne Wizorek für diese Initiative und #aufschrei wurde ebenfalls als erster Hashtag mit dem Grimme Online Award 2013 ausgezeichnet.

Zitat aus der Pressemitteilung: Die Jury würdige „eine gesamtgesellschaftlich in aller Breite geführte Diskussion, die im Web mitgezündet wurde, bei Twitter unter dem Hashtag #aufschrei an Dynamik gewann, sämtliche Mediengrenzen übersprang. Und bis heute Menschen in ganz Deutschland (und darüber hinaus) bewegt.

Im September 2014 erschien Anne Wizoreks erstes Buch “Weil ein #aufschrei nicht reicht” im Fischer Verlag. In diesem entwirft sie eine moderne feministische Agenda, die u.a. von sexueller Selbstbestimmung bis zu Vereinbarkeit und gleichen Rechten für LGBTQI reicht. Außerdem gibt sie einen Einblick darin, wie feministisches Engagement, im Netz und außerhalb, im Großen wie im Kleinen, heutzutage aussehen kann.

Von der Plattform Edition F wurde sie im November 2014 in Kooperation mit D64 e.V., dem Zentrum für digitalen Fortschritt, als eine der “25 Frauen für die digitale Zukunft” ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros (BAG) organisierte sie im selben Jahr dieNetzwerktagung “Dann geh’ doch nicht ins Internet?!” zum Thema Gewalt gegen Frauen im Netz.

Foto © Alicia Kassebohm

 

PRESSETEXT vom Verlag: 

***Feminismus? Fuck yeah!***
Moderne Geschlechterbilder statt Schubladendenken

Anne Wizorek löste mit ihrem Twitter-Hashtag einen riesigen Sturm im Netz aus. Tausende Frauen nutzen #aufschrei als Ventil, um ihren Erfahrungen mit dem alltäglichen Sexismus Luft zu machen. Der Erfolg der Aktion macht deutlich: Von Geschlechtergerechtigkeit sind wir noch weit entfernt, sexuelle Belästigung und Diskriminierung bleiben ein brennendes Problem. Erfrischend unakademisch zeigt Anne Wizorek, warum unsere Gesellschaft dringend eine neue feministische Agenda braucht. Sehr persönlich beschreibt sie ihren Weg zur Aktivistin und ermutigt dazu, selbst aktiv zu werden – im Großen wie im Kleinen.


 

Auszug aus einem tollen Interview mit WIRED | https://www.wired.de/collection/life-articles/anne-wizorek-im-interview-der-weg-zu-gleichberechtigung-ist-unbequem

WIRED: Was würdest du gern mit deinem Buch auslösen?
Wizorek: Ich wünsche mir mehr Solidarität im Netz. Dass wir wieder mehr darüber nachdenken, wer da eigentlich vor dem Bildschirm sitzt und hinter den Tweets steckt und einander helfen. Ich meine, das Beispiel Emma Watson zeigt doch, wie ungehemmt heutzutage immer noch ganz klare Grenzen überschritten werden.

WIRED: Hast du eine Erklärung dafür?
Wizorek: Laurie Penny hat dazu einen guten Text geschrieben, der sich mit dem #gamergate beschäftigt, aber die Angriffe auch in allgemeinen Kontext rückt. Nicht nur in der Gaming-Szene findet derzeit ein heftiger Backlash statt, der jegliche Relation verloren hat. Laurie Penny schreibt dazu: Die dort verlieren ihr Vorrecht und wissen nicht, warum – deswegen reagieren sie so extrem. Medien sollten auch in jeder Berichterstattung klarmachen, dass es sich bei Online-Bedrohungen oder unerlaubten Veröffentlichungen wie den Promi-Nacktfotos auch um Straftaten handelt.

WIRED: Es heißt ja häufig: Dann dürfen diese Leute halt keine Nacktfotos von sich machen!
Wizorek: Jeder andere Hack, bei dem Daten entwendet werden oder es sich um Identitätsbetrug handelt, wird anders bewertet. Nur bei weiblicher Sexualität und Körpern werden solche Überschreitungen immer noch als normal dargestellt. Rashida Jones bringt es in einem Tweet eigentlich ziemlich gut auf den Punkt, in dem sie schreibt, diese unerlaubten Veröffentlichungen seien vor allem ein Akt gewesen, um mächtige Frauen kleiner zu machen.


 

Auszug aus einer Rezension von ZEIT ONLINE | http://www.zeit.de/karriere/2014-09/aufschrei-buch-rezension/komplettansicht

Kapitel für Kapitel reiht Wizorek auf, wo die Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland im Jahr 2014 steht. Sie greift auf viele Studien zurück, belegt jede Aussage stimmig und nachweisbar. Vielfach legt sie auch dar, wie die einzelnen Themen im Netz diskutiert werden – und das weltweit, wie etwa bei #yesallwomen. Unter diesem Hashtag diskutierten Tausende über Sexismus, nachdem in den USA ein Amokläufer im Mai 2014 sechs Menschen getötet und 13 weitere verletzt hatte, weil er sich dafür rächen wollte, dass Frauen ihn hatten abblitzen lassen.

Immer wieder adaptiert die Autorin auch Begriffe aus der Netzsprache, was zu lesen Spaß macht. Die Frauenquote etwa bezeichnet sie als “Hack im System”. Das Bild ist überraschend und witzig – veranschaulicht es doch sehr gut, welches Problem die Quotengegner mit dem Instrument haben, das das System umprogrammieren soll.

Wizorek belässt es aber nicht bei der Beschreibung des Status quo. Ihre Übersicht über die Geschichte des Feminismus in Deutschland räumt mit dem Klischee auf, Feminismus sei Männerhass und würde die Umkehr der Verhältnisse bedeuten. Wizorek stellt dar, wie vielfältig die Strömungen sind, dass es eben nicht den einen Feminismus gibt und dass Feminismus nicht zwingend heißt, einfach biologische Unterschiede zu negieren.


 

VIDEOS

re:publica “Ihr wollt also wissen was #aufschrei gebracht hat?”

ZDF: Auf dem blauen Sofa (wie immer gilt – nicht die Kommentare lesen!)


 

For the English audience

A short video with which author and topic this booklooker is dealing with, the book, as far to my knowledge,  is not available in English (yet).


KAT

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My kind of music, my kind of life. 2009 fand mich der Veganismus. Beste Wahl. Straight Edge bin ich, seit ich 16 bin. Against the grain. Poesie produziert mein Hirn auch ab und zu. Für Feminismus und gegen Nazis. An Alle, die überlegen, auch etwas DIY aufziehen: einfach machen. All das mache ich, weil ich dachte: Ich kann das auch.

I am doing what I always wanted to do, I am writing. In the surroundings that mean most to me: more than music, but music laying the groundwork for all this. I found hardcore in my early twenties after being a straight edge metalhead since 16, It got a hold of me. And I am holding on to every moment. Through hardcore I turned to veganism in 2009. And hardcore was the reason for starting this zine & blog with Phil in 2012. It is simple: DIY OR DIE.