Was frühe Trennung auslöst

Die Forscher um Susanne Waiblinger vom Institut für Tierhaltung und Tierschutz versuchen bereits seit einiger Zeit herauszufinden, welche Folgen dieses unnatürliche Verfahren auf die Tiere hat. “Aus Forschungsarbeiten mit verschiedenen Tierarten wissen wir, dass sich die frühe soziale Umgebung auf das Verhalten, die Stress-Reaktivität und die Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen, auswirkt”, erklärt Waiblinger. Eine früher publizierte Teilstudie der Forscher hat bereits belegt, dass Rinder, die mit Müttern aufgewachsen sind, beim Eintritt in eine Herde eine höhere soziale Kompetenz mitbringen, als mutterlos aufgezogene Vergleichstiere. Die Resultate der aktuellen Studie bestätigen und erweitern nun diese Ergebnisse.

Im Rahmen der Studie untersuchten die Forscher insgesamt 26 Kühe mit unterschiedlichen Aufzuchterfahrungen. Elf Tiere wurden gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt, über einen Tränkeautomat gefüttert und in eine Kälbergruppe integriert. Die 15 restlichen Tiere durften hingegen fünf Tage lang eine Beziehung zur Mutter aufbauen. Danach kamen auch diese Kälber in die Kälbergruppe. Neun von ihnen durften aber zweimal täglich zur Mutter, die restlichen sechs konnten jederzeit zwischen Kuhherde und Kälbergruppe wechseln. Um herauszufinden, wie sich die unterschiedlichen Aufzuchtsverfahren auf das Verhalten der Tiere in Stresssituationen auswirken, führten die Forscher mit ihnen Test in der Form von Isolation durch.

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