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Stuck, Altbau, viel Platz. Frisch eröffnet; MY HEART BEATS VEGAN.

Überraschungseffekt.

Wir kannten die Wraps von MHBV schon von manchen open air Veranstaltungen und hatten ehrlich gesagt nicht allzu große Erwartungen an den Laden. Nicht, weil die Leute nicht bemüht sind oder die Auswahl der Lebensmittelquellen echt dufte ist. Sondern eher, weil wir fanden “zu teuer für zu wenig und dafür geschmacklich nicht so bombe”…ein Gyroswrap muss sich halt mit vielen anderen Produkten, die mensch schon woanders gegessen hat, messen lassen. Sind es solche inflationär erhältlichen Gerichte, hat man sie wahrscheinlich schon mal wo gegessen. Und eventuell waren sie vorher besser. Wenn du also in deiner Gastro nicht auf die Neuerfindung des veganen Rades gehst oder selten dargebotene Küche anbietest, dann darfst du den Vergleich nicht scheuen. Dass es nix glutenfreies auf der Eröffnungskarte gab, enttäuschte mich, weil ja Pommes eh an allen Ecken zu haben sind, und die für mich nicht demeter sein müssten. Aber trotzdem statteten wir dem Lokal nach einer ausgiebigen Abkühlung am Baggersee bei 42° Grad in der Sonne einen Besuch ab.

Baulich top und sehr viel Raum.

Stuck, hohe Wände, tolle Farbgebung mit freundlich gestalteter Theke, Lila und Grün passen top zueinander. Richtig viel Platz hat das MHBV! Dass sie schon um 21 Uhr zu machen halten wir für eine verpasste Chance, denn auch wenn wir keinen Alkohol trinken, würde sich an der Theke im Nebenraum, an den der Sommergartenbereich angrenzt, super als Bar machen. Die Weine und Sekte sind handverlesen, vielleicht würde das auch nicht-Veganer_innen herlocken. Bis 23 Uhr oder länger dort gemütlich zusammen zu sitzen würden die sehr bequemen Möbel auf jeden Fall hergeben. Auch hier Überraschung: ich hatte mit viel mehr Imbiss-Stil gerechnet! Es ist aber ein richtig toll eingerichtetes Restaurant…wenn die Karten dann noch gebunden sind statt ein Papierfaltblatt, wird das alles noch wertiger.

Preis meets Leistung?

Wir hatten die Hauslimo Zitrone, zwei Burger und haben zwischen 11 und 13 Euro bezahlt. Für Karlsruhe fair und satt waren wir auch. Meinen Burger durfte ich aus Mama Marrakesh (Patty) und Texas High Noon (drumrum) mixen, wegen kein-Weizen-bitte. Hat gut geklappt, außer dass bei beiden Burgern die frischen Zwiebeln fehlten und auf dem Texas High Noon von Phil kein Räuchertofu drauf war. Startschwierigkeiten, das ist wirklich nicht schlimm gewesen. Es war lecker und wirklich genug 🙂 sobald sich alle Bedienungen auf die iPads und deren Bedienung eingegroovet haben, wird das sicher ein toll laufender Betrieb werden! Die Wartezeit war heute auch schon mehr als in Ordnung, trotz voller Hüte, die Räume haben ein gutes Raumklima, man will echt länger bleiben und dorthin auch Besuch ausführen. ❤ das planen wir auch schon. Die Salate wirken etwas teuer im Vergleich zur Pasta und den Burgern, aber die Herkunft der Produkte mag da mit rein spielen. Ich freue mich jetzt schon auf die Süßkartoffelfritten, als hätten die Betreiber_innen meine Gedanken gelesen, dass sie ein gewisses Alleinstellungsmerkmal haben sollten 😉

Gute Hood.

Die Lage ist super, denn von der Innenstadt aus erreicht man die Kriegsstraße leicht zu Fuß, mit dem Rad und auch mit dem Auto kann man sich Chancen auf einen Parkplatz ausrechnen. Unweit davon entfernt ist auch die Südstadt mit den Dönerbuden und Falafelläden. Daher das nötige Alleinstellungsmerkmal 😉 für Kuchen war es zu heiß, wir sind danach zum Lieblingseismann vom EIS CASSATA in der Oststadt, der inzwischen auch leckere vegane Bitterschokolade als Sorte anbietet. Schmeckt wie KWATTA aus Belgien, nur als Eis ❤

Zurück zu MHBV.

Endlich trauen sich Leute, in Karlsruhe etwas auf die Beine zu stellen! Viel zu lange war die vegane Gastroszene Brachland! Klar, kann man im GOLD Tortillachips mit Salsa essen, oder im PURINO oder VAPIANO Gazpacho, Pasta und Salat, es gibt Lieferservices aller Coleur, die etwas anbieten. Aber zum Beispiel das L’INCONTRO hatte letztlich stark nachgelassen, was Qualität und Service angeht… Mit Mannheim lässt sich in der Großregion eh kaum eine Stadt messen, außer Stuttgart, sonst hinken Tübingen, Freiburg, Heidelberg und eben auch Karlsruhe noch meilenweit hinterher, was Auswahl und Abwechslung angeht. Konkurrenz belebt ja auch das Geschäft. Die braucht MHBV erstmal nicht zu fürchten, das vegan-vegetarische VIVA war nie so mein Fall, zu teuer und zu wenig vegan, und den tollen Pizzen von KAI’S PIZZA machen sie auch keine Konkurrenz. Schaut also alles in allem wirklich gut aus für die Truppe. Wir wünschen viel Erfolg, gutes Gelingen, gratulieren zur Eröffnung und kommen sehr schnell wieder. 😛

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KAT

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My kind of music, my kind of life. 2009 fand mich der Veganismus. Beste Wahl. Straight Edge bin ich, seit ich 16 bin. Against the grain. Poesie produziert mein Hirn auch ab und zu. Für Feminismus und gegen Nazis. An Alle, die überlegen, auch etwas DIY aufziehen: einfach machen. All das mache ich, weil ich dachte: Ich kann das auch.