Google mal “Frauen Alter Zitat”. Die Ergebnisse werden dir nicht gefallen.

Sie sind die Ausgeburt einer zutiefst sexistischen Gesellschaft, die Männern Reife zugesteht und Frauen nicht. Kostprobe?

Frauen: die Geliebten der Männer in der Jugend, die Gefährtinnen auf der Höhe des Lebens, die Pflegerinnen im Alter.
Es gibt ein Alter, in dem eine Frau schön sein muss, um geliebt zu werden. Und dann kommt das Alter, in dem sie geliebt werden muss, um schön zu sein.
Die Frauen verlangen Unmögliches: Man soll ihr Alter vergessen, aber sich immer an ihren Geburtstag erinnern.
Ein Archäologe ist der beste Ehemann, den eine Frau haben kann; je älter sie wird, um so mehr interessiert er sich für sie.
Wenn ein Mann den Geburtstag seiner Frau vergisst, hat er nicht bemerkt, dass sie ein Jahr älter geworden ist. Gibt es ein schöneres Kompliment?
Eine ehrliche Frau ist eine, die nur bei ihrem Alter, ihrem Gewicht, der Echtheit ihres Schmuckes und der Zahl ihrer ausserehelichen Affären lügt.

Und nicht mal von den Schwulen Schützenhilfe:

Man sollte nie einer Frautrauen, die einem ihr wirkliches Alter verrät. Eine Frau, die einem das erzählt, würde einem auch alles andere erzählen.

Quelle: http://natune.net/zitate/alter

Bei der Hälfte der Ergebnisse hatte ich keine Lust mehr, weiterzulesen.
Wie mich dieses Thema selbst betrifft? Ab 30 wird eine kinderlose Frau, die Vollzeit arbeitet zu einem dubiosen Geschöpf für alle Vorgesetzten und Personaler_innen. Denn recht machen kann ich es nicht: habe ich keine Kinder, wird getuschelt und sich gefragt “wann es soweit ist”. Sage ich, ich will keine, bin ich ein Monster. Hätte ich welche, würde ich wie 90% meiner Kolleginnen nur halbtags zur Verfügung stehen. Also nicht für voll genommen. Nie. Egal, was ich tue. Egal, was ich sage.
Karrieregeil oder kinderverrückt? Du bist immer die Verliererin und bleibst suspekt. In einer Agentur, in der ich mal arbeitete, waren Frauen Fluch und Segen zugleich: sie sind billige Arbeitskräfte, die nicht nach mehr Gehalt verhandeln und sich mit viel weniger Geld und Aufstiegschancen zufrieden geben. Aber wehe, sie werden schwanger und schaden damit dem Unternehmen.Was das mit dem Alter(n) zu tun hat? Na, die biologische Uhr tickt nicht ewig. Es ist ein wahres Wunder mit Anfang 30 noch sang- und klanglos den Job wechseln zu können. Von der Problematik der Familiengründung (sollte mensch das wollen) der Akademikerinnen, die meist erst mit Ende 20 zum ersten Mal in Lohn und Brot stehen, ganz zu schweigen. Fass ohne Boden, das Thema!


Zurück zum Buch und seine Facetten, dem sexistischen ageism (zu dt. Altersdiskriminierung) zu begegnen. Weil reifen für Frauen “verwelken” bedeutet und für Männer “im Saft stehen”. Müssen wir auch nicht lang rumdiskutieren. Nicht nur in der Populärkultur darf die Frau gerne jünger als die eigenen Kinder sein, aber der Mann nicht (beim Heteropaar). Sonst hagelt es Anfeindungen. Ging prominenten Männerpaaren aber auch nicht anders.

Besonders schön ist, dass Bascha Mika auch ein schwules und lebsisches Paar im Interviewdialog zu Wort kommen lässt. Denn interessanterweise, und das deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen in der Community, gilt die Eitelkeit für schwule Männer genauso, aber für lesbische Frauen nicht so sehr. Poff! Verkürzt lässt sich also der Schluß ziehen: wenn Männer mich beäugen und beurteilen, sollte ich besser nicht altern, tun das Frauen aber, ist alles in Butter 😉 da ist was Wahres dran. Schade eigentlich.
Das Buch liefert aber noch viel mehr spannend geschriebene Faktoren rund ums wiebliche Altern ab, zum Beispiel auch das Tabu der Wechseljahre hierzulande. Sehr lesenswert, denn irgendwann erwischt uns das alle!
Hochinteressant in dem Zusammenhang ist übrigens, aus veganer Perspektive, der Jugend- und Schönheitswahn der Rohkostveganer_innen, die zu Hauf Youtube und Instagram bevölkern und nur Früchte essen, den ganzen Tag radioaktiv glowen und im worst case üble fatshamer sind (das Bananenmädchen zb). Da ist es auch wie ein Rausch, gesund, jugendlich und S E X Y auszusehen. Hier nur ein Beispiel für den Irrsinn:

KAT

IMG_6902-2

My kind of music, my kind of life. 2009 fand mich der Veganismus. Beste Wahl. Straight Edge bin ich, seit ich 16 bin. Against the grain. Poesie produziert mein Hirn auch ab und zu. Für Feminismus und gegen Nazis. An Alle, die überlegen, auch etwas DIY aufziehen: einfach machen. All das mache ich, weil ich dachte: Ich kann das auch.