Um das Bild abzurunden, welche Auffassung zum Thema „erlaubt“ und „nicht erlaubt“ Facebook hegt, komme ich noch mal auf Chris Rehder zurück. Den sympathischen Nachrichtenschreiber, der mich so gerne „vom Asylanten vergewaltigt“ sehen würde. Nachdem ich den ersten Schock und die erste Wut über Facebook abgestreift hatte, entschied ich mich, die hübschen Zeilen von Chris Rehder mit der Öffentlichkeit zu teilen. Jede Menge meiner Facebook-Freunde meldeten ihn daraufhin bei Facebook, kontaktierten seinen ehemaligen Arbeitgeber und versuchten auf andere Weise, Menschen in der direkten Umgebung von Chris Rehder über seine verbalen Totalentgleisungen auf Facebook zu informieren.

What?

Und wie reagiert Facebook? Sie sperren das Profil. „Na also!“ werden Sie sagen. Aber Moment. Sie sperren nicht sein Profil. Sie sperren nicht Chris Rehder. Sie sperren: Mich. Mein Profil. Plötzlich kann ich mich nicht mehr einloggen bei Facebook. Auf Twitter erreichen mich Nachrichten, dass mein Facebook-Profil gelöscht ist. Ich glaube zunächst an einen Scherz, dann an einen Fehler.

Chris Rehder kann weiterhin unbehelligt trotz massiver Meldungen Nazi-Gedankengut durch seine Timeline kotzen und anderen Facebook-Nutzern drohen, sie wären eine „Fotze“ und dass „der Deutsche nicht vergessen wird, dass Du die Asylanten unterstützt“.

Dann: Eine Nachricht von Facebook. Jemand (Chris Rehder? Keiner weiss es), hat mich wenige Minuten nachdem ich die Nachricht von Chris Rehder veröffentlicht habe, bei Facebook gemeldet. Mein Name „Stephanie Marie“ wäre nicht mein echter Name. Ich würde erst wieder entsperrt werden, wenn ich meinen Personalausweis scanne und einsende. Ich solle das als besonderen Service von Facebook auch für meine Sicherheit sehen. Facebook würde alles tun, damit Facebook ein sicherer Platz ist. Also, sicher vor nackten Brüsten und vermeintlich falschen Namen. Nicht vor gewaltbereiten Nazis und Euthanasie-Fans.

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