“Eine Diskussionsschlaufe weiter schreibt sie: „Ich beneide die, die keine Kinder haben und nie welche wollten. Weil ich gerne mein Leben als Kinderlose wieder hätte. Und nein, es ist keine Möglichkeit, meine Mutterschaft wieder rückabzuwickeln. Aus der Sicht der Kinder nicht, aus meiner nicht. Denn natürlich gibt es auch gute Momente – in welchem Leben gibt es die nicht.”

Man kann das Muttersein nicht rückgängig machen. Und will es auch nicht. Dennoch stelle ich mir manchmal die Frage: Würde ich mich vor dem Hintergrund meiner heutigen Erfahrung, meines Wissens und der Art, wie ich heute bin nochmal für die Mutterschaft entscheiden? Ich bin nicht sicher.”

Sherman_end Kopie Cindy Sherman, “untitled 216”

Ich erinnere mich, wie ich mit meinem erstgeborenen Kind nach der Geburt draußen stand. Ich hatte das Baby in eine Decke gewickelt und wollte mir den Himmel anschauen. Man sah tausende Sterne. Ich war sofort verliebt in dieses Kind, es fühlte sich alles selbstverständlich an.

Was mich zutiefst erschütterte war die Feststellung, dass mein Baby sterben würde, wenn ich es irgendwo liegen ließe. Fast schockartig wurde mir klar, dass es ohne mich – oder eine andere erwachsene Person – nicht überleben könnte. Es ist eigentlich keine besondere Erkenntnis, kein Baby überlebt allein. Aber die Tatsache, dass ab jetzt buchstäblich ein Leben in meiner Hand lag, erschütterte und beängstigte mich auch. In den folgenden Monaten hatte ich Alpträume, in denen ich mein Kind irgendwo vergaß, schlimme Fehler machte und es dadurch in Gefahr brachte.

Seither sind viele Jahre vergangen, es kam ein zweites Kind. Ich wurde routinierter, die Alpträume…

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