Hildmann hat sich dafür entschieden, sein moralisches Kapital, das er sich als Tierschützer erworben hat, dafür auszugeben, dass er die Flüchtlingskrise kommentiert. In einer groben und schnellen Art begleitet er das Geschehen, oft halb gar. So ist er der Meinung, unser Land werde von „Kriegstreibern“ regiert. Von „unserer politischen Elite“ hält er schlicht „nichts“. Merkel wirft er Verfassungsbruch vor, was zumindest umstritten ist. Nicht für ihn. Aber warum spricht ein Mann, der bisher mit der Instandhaltung seines Körpers beschäftigt war, plötzlich vor einem großen Publikum von Verfassungsfragen? Anstatt Tierrechte nun das Asylrecht. Und während er für die Tiere alles will, ist er weniger fordernd, wenn es um die Rechte von Geflüchteten geht. Da sieht er vor allem eine Bedrohung auf das Land zukommen.

Quelle: In der Flüchtlingskrise: Der Vegangsta Attila Hildmann hat Angst | MUNCHIES