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Das Standardszenario: Die Flüchtlinge sitzen in einem Schlauchboot mit Außenbordmotor. Sea Watch geht davon aus, dass die Boote containerweise in China nur für diese Zwecke bestellt werden. „Das ist hundsmiserable Qualität, so was schlechtes gibt es sonst gar nicht“, sagt Florian Pithan. 120 Insassen sei der Regelfall. Gefunden werden sie meist zwischen acht Stunden und drei Tagen nach der Abfahrt von der libyschen Küste. „In die 12 Meilen Zone fahren wir nicht rein.“ Im Einflussbereich der Milizen wären sie selbst in Gefahr.
Die Aufgabe der Sea Watch: „Finden, sichern, Erstkontakt.“ Das Benzin in den Booten reiche nicht, also treiben die Boote dahin, ohne Essen, manchmal ohne Wasser. „Die fallen teilweise völlig entkräftet raus und versinken wie ein Stein, schneller, als wir sie fassen können“, sagt er. „Entweder können sie sowieso nicht schwimmen oder die Tage in der sengenden Hitze haben sie fertig gemacht.“ Also bekommen sie als erstes eine Rettungsweste, eine Halbliterflasche Wasser. „Früher haben wir große Flaschen für je mehrere Leute ausgegeben, aber das war nicht gut, dann gab es Zank, das ist ja alles total anstrengend, auch psychisch.“