http://www.underdog-fanzine.de/2016/11/13/alternative-models-sex-sells-oder-feminismus/

Eine große mediale Aufmerksamkeit haben Communitybasierte kommerzielle Plattformen wie SuicideGirls erlangt, deren Models eine gewisse Popularität erreicht haben. Die Community versucht sich als Gegenpart zu Pornographie-AnbieterInnen zu inszenieren. Tatsächlich werden die meisten tätowierten/gepiercten Models unbekleidet und in erotischen Posen fotografiert. Mitbegründerin Selena Mooney sah das Projekt in der Gründungsphase 2001 mehr als Kunstprojekt denn als Geschäft, während Mitgründer und Ex-Freund, Sean Suhl, die Community sehr wohl als moderne Playboy-Version verstand. Aus welchem Blickwinkel mensch diese „Untergrund-Pornografie“ auch sehen mag, legen die BetreiberInnen Wert darauf, das feministische Image hervorzuheben und die Rolle wie die Selbstbestimmtheit der Models und das Konzept, das einen selbstbewussteren und weniger angepassten Frauentyp in den Vordergrund zu stellen.
Ehemalige Models betonten, der feministische Anspruch, den die Website erhebe, sei nur Fassade, hinter den Kulissen unterscheide sich SuicideGirls wenig von anderen Erotikwebsites. Die fotografierten Models sind letztendlich nur eine tätowierte Variante von Playboy oder Penthouse mit dem Unterscheidungsmerkmal von Körpermodulationen. Der Fokus liegt auf nackte Haut und Erotik, die Models selbst werden zu Produkten degradiert. Während Frauen als zahlende Mitglieder frei darin sind, welche Fotos sie einstellen, gelten für bezahlte Suicide Girls bestimmte Mindestanforderungen. Die Sets müssen nackte Brüste und Hintern zeigen; die Fotos, auf denen diese Körperteile zu sehen sind, müssen im ersten Drittel des Sets auftauchen.