Ich weiß, auch Texte, die nicht durchgängig gegendert sind, können gut sein, aber: als Magazin für junge Frauen, das einen kritischen Blick auf Geschlechterstrukturen werfen will, ständig das generische Maskulinum und fast nie eine Form zu verwenden, die auch trans- und nichtbinäre Identitäten miteinschließt, ist durchaus bitter. Von der Rückseite des Magazins strahlt eine_n der Opel Adams an, zusammen mit dem „Germany’s Next Topmodel“-Logo. Aber man soll sich ja nicht von sog. „Äußerlichkeiten“ beeindrucken lassen. Also: Magazin aufgeblättert und gelesen.Die Texte sind geprägt von einer „Mach doch einfach!“-Haltung, was ich eigentlich immer gut finde. Aber für ein spannendes, politisches, feministisches Magazin braucht es meiner Meinung nach auch ein wenig Analyse der Frage „Warum kannst du nicht einfach machen?“, das gehört für mich in die „gründliche Analyse“ mit hinein, auf die die Macherinnen laut Seite 4 so stehen. Stattdessen geht es an allen Ecken und Enden eigentlich um Frauen, die eben machen, egal, mit welcher Motivation die das machen.Und genau hier liegt der weitere Fehler: Allzu oft werden Frauen, die „was machen“, mit Feministinnen verwechselt. Aber Feminismus wird geprägt von und ist vielleicht auch zum Teil eine ganz dezidierte Motivation. Und zu dieser Motivation gehört, denke ich, auch mehr als „Ich mach was Eigenes.“ und „Ich scheiß auf die Struktur.“ Zu dieser Motivation gehört ein Verständnis von gesellschaftlichen Ungleichheitsstrukturen und politischen Bewegungen, außerdem eine grundsätzlich antikapitalistische Haltung. Die scheint aber komplett zwischen Sex und Lametta verloren gegangen zu sein.

Quelle: Das neue F Mag: Es braucht mehr als „Mach doch einfach“ ‹ Sqrrrl* Wants Revolution. ‹ Reader — WordPress.com