Skateboarding wollte immer mehr sein als eine Sportart. Einfach eine gute Zeit zu haben ohne großes Wettbewerbsdenken.

Mittlerweile ist Skateboarding eine multimilliarden schwere Industrie.

Adidas, Nike und New Balance sind die führenden Unternehmen der Skateschuhindustrie.

Red Bull, Monster und Mountain Dew sponsern Wettbewerbe, wo es für den Gewinner Millionen Dollar Preisgeld gibt.

Skater posten Bilder von ihren neuen Lamborghinis auf Instagram.

2020 wird Skateboarding das erste Mal eine olympische Sportart sein.

Warum ich grad nur von männlichen Skateboardern schreibe?!

Weil Frauen es in der Skateszene immer noch schwer haben und kaum beachtet werden.

Sexismus und Homophobie sind im Skateboarding immer noch allgegenwärtig.

Nyjah Huston, der derzeitig bekannteste Skater der Welt, sagte in einem Interview: „Some girls can skate but I personally believe that skateboarding is not for girls at all. Not one bite. “

Dabei hätte vieles anders kommen können.

1999 wurde eines der bedeutendsten Spiele Tony Hawk’s Skateboarding veröffentlicht.

Als Charakter war auch eine Skaterin dabei. Elissa Steamer ist die erste Profiskaterin, die ein Board mit ihren Namen drauf hatte.

Desweiteren hatte sie auch als erste Frau einen Part in einem Skatevideo. 1996 kam Welcome to hell von Toy Machine raus.

Viele Skateboarderinnen sagen heute das sie durch Elissa Steamer erfuhren das es auch Frauen gab, die skaten.

Leider ist Skateboarding immer noch eine von Männern dominierte Sportart.

Schätzungsweise gibt es in den USA 12 Millionen Skateboarder*innen, davon sind ca. zwischen 9 % und 15% Skaterinnen.

 

Magazines sind ein wichtiger Bereich im Skateboarding. Firmen schalten Werbungen und Pro’s werden für gedruckte Bilder in Magazinen bezahlt.

Doch blättert man durch die beliebtesten Zeitschriften fallen ein nur männliche Skateboarder ins Auge.

Die Quote von Skaterinnen, welche in Magazines ein Foto oder eine Werbung haben, gehen gegen Null.

Firmen, wie Hubba Wheels oder Emillion, wollen mit sexistischen Werbungen, frei dem Motto Sex sells, mehr Boards oder Wheels verkaufen.

Frauen werden als Objekte degradiert, die sich als Bilder auf den Decks räkeln oder nur in Bikinis neben dem Spot stehen, während der Skateboarder einen Trick macht.

Die Zielgruppe Skateboarderinnen scheint bei vielen Firmen nicht zu existieren.

Selbst wenn Skaterinnen es geschafft haben ein Deck zu bekommen oder sogar einen eigenen Pro Schuh, wie zum Beispiel Cara Beth-Burnside, müssen sie gegen Stereotypen kämpfen und werden in den sozialen Netzwerken nach ihrem Aussehen bewertet, anstatt nach Skatestyle oder dem Videopart.

 

Es ist aber nicht alles schlecht und die positiven Seiten sollen auch Beachtung finden.

Mittlerweile gibt es einige Firmen, die von Skaterinnen für Skaterinnen sind.

 

Meow Skateboards wurde von Lisa Whitetaker im Jahre 2012 gegründet und ist ein All-Female Team. Als sie auf einem Wettbewerb sah, das von 10 Skaterinnen nur 2 einen Boardsponsor hatten, wollte sie etwas verändern.

Heutzutage sind die bekanntesten Skaterinnen, wie Vanessa Torres und Lacey Baker, bei Meow Skateboards unter Vertrag.

Eine weitere Deckfirma ist Hoopla Skateboards. Gegründet von Cara Beth-Burnside und Mimi Knoop will Hoopla die Partizipation und die Entwicklung von Skaterinnen fördern.

Mit lustigen Graphics richtet sich die Firma aber an alle Skater*innen, wie sie selber auf ihrer Website betonen.

Beide Skatefirmen kommen aus den USA. In Deutschland sind Brands dieser Art leider noch ziemlich selten.

Eine Firma ist Cheers Skateboards, welche 2011 in Hamburg ins Leben gerufen wurde.

Ansonsten sieht es was Deckfirmen für Skater*innen angeht in Deutschland ziemlich mau aus.

 

Viele Skater*innen connecten sich über Netzwerke. Eines der größten Netzwerke in Deutschland ist Suck my Trucks.

Suck my Trucks kommt aus Berlin, wurde 2011 gegründet und organisiert Contests, Workshops und wöchentliche Skatesessions.

Desweiteren gibt es oftmals Girls Only Skate Sessions, welche in den lokalen Skateparks stattfinden.

Eine interessante Veranstaltungsreihe kommt aus dem Jahr 2014 und wurde während der Aktionstage „Gesellschaft macht Geschlecht“ veröffentlicht.

Grrls can skate ist ein Projekt, an welchem 7 Personen beteiligt sind und richtet sich an FLTI (Frauen/Mädchen, Lesben, Trans und Intersex).

Die Veranstaltungsreihe findet jedes Jahr an der Universität Bielefeld statt.

 

Veränderungen sind spürbar und es gibt in vielen Städten Netzwerke und Plattformen von Skater*innen.

Dennoch gibt es noch viel zu tun, damit alle Skater*innen gleichberechtigt sind und eine gute Zeit haben, auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

LET THE GOOD TIMES ROLL.


Nic

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.living with my two rescued dogs in Hamburg

.vegetarian 2001

.vegan 2014

.straight edge 2013