“Vegan in Venice? No, there is no vegan in Venice” – Das war die Antwort auf unsere Frage, ob wir in dem Restaurant veganes Frühstück bekommen könnten.

Meine Schwiegermutter (Köchin) hätte sich umgedreht und gesagt “”Ein Brötchen mit Marmelade. Fertig ist das vegane Frühstück.”

Leider in Venedig nicht ganz so einfach.

Wir waren in der Altstadt (Centro Storico) und nicht in Maestre oder Marghera, wo es auch nochmal eine Menge Auswahl an veganen Restaurants gibt.

Hingefahren mit der Intention die Bäuche mit Pizza und Pasta vollzuschlagen und natürlich auch ein wenig Kultur zu sehen.

 

Die klassische “Pizza Marinara“ von der Herstellung her erstmal immer vegan. Das heißt, du bestellst dir die Pizza Marinara (Teig+Tomatensauce ca. vier Euro) und kannst z.B. zusätzlich gegrilltes Gemüse als Belag ordern. Fertig ist die vegane Pizza in Italien.

Trotzdem haben wir jedesmal gesagt das die Pizza vegan sein soll.

Es wurden viele vegane Pizzen verschlungen und die leckerste inklusive ruhiger Atmosphäre gab es in der Trattoria dai Tosi. (Callo Seco Marino 738 Castello)

Dort war es so gut, dass das Restaurant gleich mehrere male besucht wurde.

Die Preise waren für eine reine Touristenstadt okay. Gestört hat nur der Aufpreis für das Sitzen. Pro Person lag der Aufpreis bei zwei€/zwei€ fünfzig.

 

Nun kommen wir zur Pasta.

Irgendwie ist der ätzende Trend Pasta mit Ei zu machen, auch mittlerweile überall in Venedig angekommen.

Obwohl Pasta eigentlich nur aus Hartweizengrieß, Wasser und Salz besteht..

Dementsprechend war das „ganz viel frische Pasta essen“ leichter gesagt als getan. Es mussten einige Lokale abgeklappert werden um eine Portion vegane, selbstgemachte und dazu noch frische Pasta zu ergattern.

Die meisten Nudeln wurden eben mit Ei produziert und in Butter geschwenkt serviert.

 

In einer kleinen Gasse wurden wir dann aber fündig.

Alfredo’s (Calle De La Casseleria 5234 Castello) hat verschiedene Nudelsorten und Soßen im Angebot. Für sechs Euro war die Portion nicht riesig, aber der Unterschied zu maschinell hergestellter Pasta war doch zu schmecken.

Das Essen gibt es nur to go und der Laden hat absolut nichts charismatisches, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen.

 

Nach der Pasta ist vor dem Eis.

Die Suche nach veganem Eis dauerte zum Glück nicht besonders lange und es gab diverse Gelaterias.

Das mit Abstand leckerste Eis gab es bei La Mela Verde (Fondamenta I’Osmarin 4977, Castello)

An der Wand hing eine Auflistung für Allergene, wo unter anderem gekennzeichnet ist, welche Eissorten vegan produziert wurden.

Das Highlight war dann das leckerste, vegane Schokoladeneis, welches ich je gegessen habe.

Etwas weiter weg in Richtung Universität liegt die Gelateria Nico (Fondamenta Zattere al Ponte Longo 922, Dorsoduro) welche im Internet sehr gepriesen wurde.

Leider können wir das nicht bestätigen.Es gab wenige vegane Sorten und dann auch nur die Standards wie Sorbets. Dazu kommt noch ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis.

 

Die Anzahl an Alles-Vegan Läden in Venedig ist sehr begrenzt.

Wir haben zwei ausprobiert, welche unterschiedlicher nicht sein könnten.

Camoma Vegan Take-Away (Ruga dei Oresi Rialto 57, San Polo) ist ein kleiner Laden zwischen teuren Modegeschäften und der Rialtobrücke, welche die Verbindung zwischen San Marco und San Polo ist.

Die Gerichte sind querbeet und reichen von Tiramisu über belegte Brötchen bis hin zu Lasagne.

Wir waren zur Mittagszeit dort und hatten nur noch eine kleine Auswahl an Gerichten, welches alle nur Beilagen waren.

Mein belegtes Brötchen war leider staubtrocken und sah auch nicht besonders ansprechend aus.

Das Tiramisu war zwar lecker, aber mit einem kleinen Löffel innerhalb von zwei Bissen weg.

Mit einem ziemlich enttäuschenden Gefühl wurde der Laden verlassen und die Preise in Relation zu der Größe der Portion waren total übertrieben.

Was überraschte und wütend macht, war auch die Benutzung von Plastik und die Erwärumg des Essens in der Mikrowelle.

Ich erwarte von einem Laden, welcher Vegan in seinem Namen trägt, ein Bewusstsein für Umweltverschmutzung und recyclebare Mitnahmemöglichkeiten und keine Plastikkaffeebecher.

Der Laden war leider ein großer Reinfall.

 

Das kulinarische Highlight des Urlaubs war eindeutig La Tecia Vegana (Calle dei Secchi 2104 (at Fondamenta Santa Marta) Dorsoduro).

Ein “neues” Restaurant, welches im ehemaligen Arbeiterviertel und direkt neben der Universität liegt. Es ist das einzige komplett vegane Restaurant in Venedig, wie der Besitzer uns erzählte.

Die Stimmung und Atmosphäre war unvergleichlich zu den Rest der Restaurants in Venedig.

Das Personal war sehr höflich, hilfsbereit und die Zeit für einen Klönschnack war auch.

Alternative Viertel sind doch einfach immer am schönsten.

Die Auswahl an Gerichten ist groß und wirklich für jede*n etwas dabei, da es aus verschiedenen Kulturen Essen gibt.

Nachdem fast die ganze Karte einmal ausprobiert wurde, können wir am meisten die Lasagne und das Tiramisu empfehlen.

Erfreulich war nach diesem langen Aufenthalt im La Tecia Vegana auch die Rechnung, ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.

Vegan in Venedig ist also doch machbar, auch wenn man manchmal nach dem Glück etwas suchen muss.


Nic

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